Minga Musik Talks
Programm am 04.07.
Musik, Kultur und Geschichte – eine Perspektive des tauben Künstlers Matthias Ranner**
18:00 Uhr – Ankommen & Austausch
18:30 Uhr – Gespräch und Austausch mit Matthias Ranner (MaZ)
Wie kann Musik wahrgenommen werden, wenn Hören nicht im Mittelpunkt steht?
Matthias Ranner (MaZ) gibt Einblicke in „Vibrik“ – eine Praxis, die Musik als körperlich erfahrbare Vibration versteht. Ausgehend von taubkulturellen Perspektiven eröffnet der Abend neue Zugänge zu Musik, Kultur und Wahrnehung.
Dabei wird nachvollziehbar, wie Klang über Resonanz, Rhythmus, Bewegung und körperliche Präsenz erfahrbar werden kann. Der Körper selbst wird zum Wahrnehmungsinstrument und Ausgangspunkt ästhetischer Erfahrung.
In einer Austauschrunde stellt Matthias Ranner das Projekt „Vibrik“ vor und entwickelt gemeinsam mit dem Publikum neue Perspektiven auf Musik, Teilhabe und kulturelle Praxis. So entsteht ein gemeinsamer Erfahrungsraum für taube, schwerhörige und hörende Menschen.
Die Veranstaltung wird von einer DGS-Dolmetschung begleitet.
Alles kann. Nichts muss.
Bei Minga Musik Talks stellen Künstler*innen aus München ihre Musik vor und teilen ihre Geschichten, Einflüsse und Erfahrungen. Es geht um Musik in Bewegung: Klänge reisen, verändern sich und verbinden Kulturen. Tradition trifft auf Innovation, Genres verschmelzen und neue Sounds entstehen. Das Publikum ist eingeladen zuzuhören, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren. Jeder ist willkommen.
Meet your Artist. Hör zu. Komm ins Gespräch.
Im Rahmen von community building an der Schauburg
In Kooperation mit der Beisheim Stiftung 
Photo by Stas Mishchenko
Atemprotokolle
Trauer und Hoffnung, Isolation und Einfühlung, Sprachlosigkeit und Überlebenskampf zeichnen den Alltag in der Covid-Intensivstation des Klinikums Nürnberg Nord. Was erleben Angehörige in einem letzten Gespräch mit ihren Kindern, Partner*innen oder Eltern, die kurz darauf in ein künstliches Koma versetzt werden? Wie können sie den Tod begreifen, wenn sie ihre Liebsten nicht beim Sterben begleiten dürfen, oder nur durch ein Tablet von Zuhause aus? Wie gehen Pflegende damit um, wenn sie mit sterbenden Patient*innen alleine bleiben?
Auf welche Art und Weise nähern sich Ärzt*innen und Impfverweiger*innen einander an? Wie gehen Pfleger*innen mit Menschen um, die solche Zustände wissend oder unwissend aktiv mitverursachen und manchmal sogar im Sterbebett die Krankheit verharmlosen, leugnen oder hinter allem eine Verschwörung vermuten?
Ausgehend von Gesprächen mit Patient*innen, Angehörigen und Klinikmitarbeiter*innen erzählt diese Lesung aus unterschiedlichen Perspektiven über vier Pandemie-Wellen, vom Leben und Sterben mit dem Coronavirus, von einem unsichtbaren Lebewesen, das nicht nur in den Luftwegen wuchert und mit voller Härte über innere Organe des Körpers und unseren Atem herfällt, sondern auch das Gewebe des Sozialen angreift, unser Gemeinwesen vor Zerreißproben stellt und unsere Gewissheiten erschüttert.
In Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Nürnberg und den Münchner Kammerspiele
Wir danken dem Klinikum Nürnberg Nord und den Mitarbeiter*innen für die Gespräche, die Unterstützung und das Vertrauen.
Termine in den Münchner Kammerspielen
02.02. 19:30 Uhr,
mit anschließendem Publikumsgespräch mit den Klinik-Mitarbeiter*innen und der Regisseurin Miriam Tscholl
Tickets nur über Münchner Kammerspiele
21.02. 20:00 Uhr
Tickets nur über Münchner Kammerspiele
Weitere Termine am Staatstheater Nürnberg
Mit:
David Benito Garcia, André Brenndorff, Pius Maria Cüppers, Anna Gesa-Raja Lappe, Annette Paulmann, Justus Pfankuch, Adeline Schebesch
Text und Einrichtung:
Miriam Tscholl
Komposition:
Michael Emanuel Bauer
Akkordeon:
N.N.
Dramaturgie:
Mehdi Moradpour
The100Hands (NL): 25Feet
In einer Entfernung von mehr als 7 Metern (etwa 25 Feet) begegnen sich eine Reihe von Leuten: als Zuschauer und Performer. Das Publikum wird von und zwischen den beiden Darstellern so platziert, dass sich die Freiräume jedes Einzelnen überschneiden. „25Feet” ist eine ernsthafte, präzise gestaltete, interaktive Tanzperformance über körperliche Nähe und den schmalen Grat zwischen Gewalt und Intimität auf engstem Raum.
Seit 2014 entwickeln The100Hands unter der Leitung von Jasper Džuki Jelen und Mojra Vogelnik Škerlj interaktive Tanzperformances für Theater und andere Spielorte. Das physische Vokabular des Duos speist sich aus Modern Dance, Martial Arts und aus der Architektur des Spielortes. Daraus entsteht eine körperliche, greifbare und akrobatische Tanzsprache. Ihre offene und spielerische Haltung lädt das Publikum ein, Teil der Vorstellung zu werden. Die Arbeiten von The100Hands sind regelmäßig bei internationalen Festivals in Belgien, Schweden, Dänemark, Ägypten und Deutschland zu Gast. „25Feet” war das erste Gastspiel der Company in den Niederlanden, wo The 100Hands derzeit leben und arbeitet.
Mit Unterstützung durch: Amsterdams Fonds voor de Kunst, festival Cement, Dancebase Edinburgh (GB), Tugela85/Performing Arts Project and Het Huis Utrecht
Dank an: Hans Blik, Jette Schneider, Peter Hendrikx, Dansmakers Amsterdam, Studio Single, Chasse Studios und OT301.
Termine Think Big! #6
Montag 16.7., 19.30 Uhr
Dienstag 17.7., 9.30 Uhr und 11.30 Uhr
Dauer
ca. 80 Minuten
Konzept & Choreografie
Jasper Džuki Jelen,
Mojra Vogelnik-Škerlj
Tanz
Jade van den Hout,
Jasper Džuki Jelen
Musik
Mohamed Shafik
Szenografie
Mojra Vogelnik Škerlj,
The100Hands
Dramaturgie
Moos van den Broek
Produktion
The100Hands
Koproduktion
Dans Brabant
Fotos (c) William van der Voort
ORATORIUM
Eigentum verändert das Bewusstsein. Es spaltet, es verleiht Macht, es schließt aus. Man spricht nicht darüber. Nichts ist so konstituierend für unser Zusammenleben, nichts wirkt so trennend auf die Gemeinschaft. She She Pop, ein Chor lokaler Delegierter und das Publikum verhandeln jeden Abend aufs Neue den Umgang mit dem Eigentum. Inspiriert von Brechts Lehrstücktheorie entwickeln sie Regeln für einen dialogischen Theaterabend: Wer darf sprechen? Wer ist präsent, wer wird repräsentiert? Ein kollektiver Monolog der Vielstimmigkeit, der Uneinigkeit und des temporären Einklangs.
EINE PRODUKTION VON She She Pop IN KOPRODUKTION MIT HAU Hebbel am Ufer, Festival Theaterformen, Münchner Kammerspiele, Schauspiel Stuttgart, Kaserne Basel, Schauspiel Leipzig, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm, FFT Düsseldorf, Konfrontacje Teatralne Festival Lublin und ACT Independent Theater Festival Sofia GEFÖRDERT DURCH die Kulturstiftung des Bundes und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa
9. & 10. November 2018
in deutscher Sprache
Besuchszeit vorbei
Das Ensemble stellt nicht weniger zur Debatte als das Töten in seiner Willkür, Zufälligkeit und gleichzeitigen Zwangsläufigkeit – ohne dabei die Zuschauer*innen aus der Verantwortung zu entlassen.
Exekutionen, Tötungen, Hinrichtungen: Immer schon haben Menschen sich angemaßt, den Tod eines anderen Menschen zu fordern, dem Anderen seine Daseinsberechtigung abzusprechen, ein Todesurteil zu vollstrecken. „Besuchszeit vorbei“ reizt die Möglichkeiten des Puppentheaters, Mitgefühl zu erregen, aus. Schwarz maskierte Puppenspieler führen immer neue Figuren zur „Hinrichtung“ in den offen gestalteten Raum. Das Publikum ist gezwungen zu reagieren, oder aber tatenlos zuzuschauen – auf jeden Fall aber über das eigene Handeln nachzudenken.
Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.
Dauer
60 Minuten
Spiel
Patrick Borck
Viviane Podlich
Ulrike Schuster
Daniil Shchapov
Uwe Steinbach
Tanja Wehling
Regie
Ariel Doron
Kostüme / Raum
Grit Dora von Zeschau
Dramaturgie
Ulrike Leßmann
Preiskategorie
D / A
Blind
Einzigartige Kombination aus Tanz, dem Spiel mit lebensgroßen Puppen, Video und Klang.
Wo finde ich Trost? Wo finde ich Liebe? Wer blind wird, tastet, verirrt sich, wütet, fühlt sich ausgeschlossen, horcht und hofft auf ein Wunder. Der Tänzer und Puppenspieler Duda Paiva hat diesen Zustand in seiner Jugend selbst erfahren. Mit seiner einzigartigen Kombination aus Tanz, dem Spiel mit lebensgroßen Puppen, Video und Sound gelingt es ihm, sich diesem schwierigen Kapitel seiner Biografie zu nähern und es in eine Metapher über die Ausgrenzung aus der Gesellschaft zu transformieren. Paivas Fähigkeit Charaktere zuzuspitzen und auch desolatesten Situationen mit abgründigem Humor Komik abzugewinnen, macht „Blind“ zu einem ebenso ergreifenden wie belebenden Ereignis.
Eine Koproduktion mit Black Hole Theatre (AUS), Nordland Visual Theatre (NO), Festival Mondial des Théâtres de Marionnettes (FR), Korzo Theater (NL), unterstützt vom Performing Arts Fund NL, mit Dank an Hans C. Boer, Domokos Kovacs, Patrick Oliveira, MapLab Utrecht.
Dauer
70 Minuten
Spiel
Duda Paiva
Mart Muürisepp/Ilija Surla
Regie
Nancy Black
Konzept
Nancy Black
Duda Paiva
Musik / Sound-Design
Wilco Alkema
Puppen
Evandro Serodio
Duda Paiva
Dramaturgische Beratung
Nienke Rooijakkers
Preiskategorie
D