15+

Märtyrer     
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Eine Komödie von Marius von Mayenburg

Mädchen in Bikinis verletzen Benjamins religiöse Gefühle. Bisher war er ein unauffälliger Schüler, doch jetzt erscheint er nicht mehr zum Schwimmunterricht. Sein überraschendes Coming-Out als Christ untermauert er fortan nicht nur mit Bibelzitaten. Benjamins Lehrerin Frau Roth nimmt den pädagogischen Kampf mit dem religiösen Fanatiker auf. Sie setzt sich für ihn als Mensch, für eine säkulare Ethik und demokratische Werte ein. Statt Benjamin wird aber sie selbst immer stärker isoliert.

Marius von Mayenburgs Stück schlägt mit seiner Märtyrer-Geschichte eine Volte als Replik auf die Islamophobie des Westens. In grotesker Zustimmung entlarvt es die Angst vor dem „Anderen” schlechthin als unbewusste Konstante einer vermeintlich toleranten Gesellschaft. Von Mayenburg, geboren 1972, ist seit seinem Durchbruch 1997 ein gefragter Autor und Dramaturg. Er hat seine bitterböse Komödie über jugendliche Fanatiker und die Ohnmacht der Gesellschaft 2012 selbst als Regisseur in der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin zur Uraufführung gebracht. Daniel Pfluger ist ein gefragter Regisseur für Musik- und Sprechtheater, für junges wie für gestandenes Theaterpublikum, seit er den Preis der Körber-Stiftung für junge Regie 2009 gewann. Sein München-Debüt gab er für die Festspiele an der Bayerischen Staatsoper 2015/2016, als er gemeinsam mit Martha Teresa Münder „Tonguecat” inszenierte.

Pressestimmen

„Der Regiesseur Daniel Pfluger zeigt in dieser ungemein vitalen und flott auf der Drehbühne abschnurrenden Aufführung mit den Filmeinblendungen eindringlich auf, dass religiöse Fanatiker auch durch falsch interpretierte Suren des Koran und durch vorgestrige Aussagen anderer Religionen angestachelt werden, weshalb es weltweit viele, viel zu viele Benjamins gibt. [...] Nicht nur Pan Aurel Bucher verkörpert höchst intensiv diesen vom religiösen Wahn besessenen Jugendlichen, auch die übrigen Figuren sind, ohne Klischees zu bedienen, rollenadäquat bestens besetzt.“
(Donaukurier Ingolstadt, Dezember 2017)

„Zudem wird in der durch das Bühnenbild von Flurin Borg Madsen, das mithilfe der Drehbühne und weniger Requisiten ransant Szenen aneinanderreiht, kurzweiligen Inszenierung ein kritischer Blick auf das Umfeld geworfen, das Fanatismus bis hin zum Terrorismus möglich macht […]."
(Münchner Merkur, November 2017)

„Pan Aurel Bucher gibt seinem Benjamin ein undurchdringliches Lächeln, das erst sehr spät zur hässlichen Fratze eines Fanatikers wird. [...] Ob das Ende wirklich ein komödientaugliches HappyEnd ist, lässt sich diskutieren, ist allerdings ein starkes Bild: Die engagierte junge Bio-Lehrerin kreuzigt sich zwar nicht, nagelt sich aber die Füße am Boden fest."
(Abendzeitung, November 2017)

München Premiere

Veranstaltungsort