12+

Der Junge mit dem Koffer     
12+

Eine Koproduktion mit dem Ranga Shankara Theater Bangalore, Indien
von Mike Kenny

In deutscher und in englischer Sprache (Grundkenntnisse in Englisch sind von Vorteil).

Eines Morgens muss Naz plötzlich weg von zuhause, denn die Soldaten kommen. Er ist jetzt ein Flüchtling auf dem weiten Weg nach London, wo seine Schwester lebt. Der Weg ist lang und gefährlich, genau wie die Abenteuer von Sindbad, die Naz‘ Mutter ihm immer erzählt hat. Sie helfen Naz nicht aufzugeben, obwohl er das Gefühl hat, dass seine Abenteuer nicht so schön sind wie die seines Helden. Unterwegs trifft er die clevere Krysia und gemeinsam machen sie sich auf die Reise ans andere Ende der Welt.
Das Stück des viel gespielten englischen Autors Mike Kenny beschreibt eine Flüchtlingsgeschichte, wie sie heute globaler Alltag geworden ist. Die Geschichte erzählt die Suche nach einem Zuhause an einem fremden Ort mit trockenem Humor und viel Musik. Sie zeigt auch, welche Kraft wir auch in schlimmster Not aus guten Geschichten schöpfen können. Neben Schauburg-Schauspielern stehen der indische Schauspier B.V. Shrunga und die gefeierte Sängerin M.D. Pallavi Arun auf der Bühne. Die Musik entstand in Zusammenarbeit von ihr, dem Perkussionisten Coordt Linke und dem Gitarristen Konarak Reddy aus Bangalore. 

WOW!

Die Inszenierung war 2013 zum Theatertreffen für junges Publikum „Augenblick mal!” eingeladen.

 

Pressestimmen

„So kann man erneut ein Stück Erzähltheater in der Schauburg erleben, das mit viel Musik und gut durchdachten szenischen Verwandlungen hervorragend durchschnurrt. […] Simone Oswald ist als Krysia erneut eine dieser jungen, tatkräftigen, widerstandsfähigen weiblichen Figuren, die man bislang in Gronemeyers Schauburg erleben durfte. […] Und erneut zeigt sich David Benito Garcia als charismatischer Schauspieler, der mühelos zwischen Erzählen und Spielen changieren kann und sich den kleinen wie großen Zuschauern als sympathische Identifikationsfigur anbietet. […] Der Überlebenskampf geht weiter, unter anderen Vorzeichen. Naz' Koffer, den er lange mit sich trägt, steht für den Versuch, Erinnerungsstücke zu bewahren. Aber Dinge gehen verloren. Was bleibt, ist die Solidarität unter Menschen und die ewige Lust am Erzählen.“
(Abendzeitung, Dezember 2017)

„Gronemeyer lässt Fluchtbewegungen gefrieren und erfindet Simultan-Choreographien für die Fronarbeit in einer Näh-Fabrik oder jene Momente, in denen David Benito Garcia als auf Deutsch erzählender älterer und B.V. Shrunga als Englisch sprechender und lebendig erlebender junger Naz sich besonders nahe sind. […] Die multiperspektivische Erzählung wird dynamisiert von der wunderbar bildhaften Live-Musik Coordt Linkes (Percussions), Konarak Reddys (Gitarre) und M.D. Pallavi Aruns (Gesang). […] Auf eine Wiederaufnahme ist zu hoffen, denn die vielgereiste Inszenierung um den Jungen Naz, der von den Geschichten seiner Mutter im Ohr über vereiste Berge und stürmische Meere getragen wird, bringt Ausgeliefertsein sogenannter „Illegaler“ mit den Tröstungen der Literatur auf gar nicht zeigefingernde Weise zusammen.“
(Süddeutsche Zeitung, Dezember 2017)

Premiere

Veranstaltungsort

Mit
David Benito Garcia
B.V. Shrunga
Nikolai Jegorow
Coordt Linke
M.D. Pallavi Arun 
Simone Oswald
Konarak Reddy

Inszenierung
Andrea Gronemeyer
Bühne
Christian Thurm
Kostüme
Eva Roos, Amba Sanyal
Musik
Coordt Linke, Konarak Reddy, M.D. Pallavi Arun
Dramaturgie
Sophia Stepf, Kirtana Kumar

Dauer
75 Minuten

Fotos
(c) Christian Kleiner

Interaktive Online-Broschüre