10+

Besuch aus Tralien     
10+

von Martin Baltscheit

Essen, Schlafen, Zähne putzen - der Alltag wird zum Abenteuer mit dem neuen Familienmitglied Dave. Er nimmt den Platz von Piet ein, der als Austauschschüler nach Tralien aufgebrochen ist. Auch in der Schule klappt die Verständigung mit Dave nicht wirklich. Zuversichtlich bemüht, geben die neuen Eltern die Hoffnung nie auf, dass Dave die deutschen Regeln, Gesetze und Gewohnheiten bald versteht und befolgt. Begeistert eignen sie sich auch seine Gewohnheiten an, sodass der Totalintegration bald nur noch Daves Krokodilkörper im Wege steht.
Martin Baltscheit schreibt eine bitterkomische Parabel auf die Herausforderungen der Integration. Wer integriert eigentlich wen und was bleibt dabei auf der Strecke? Fast zeitgleich zu dieser Uraufführung bringt Martin Baltscheit seine skurrile Integrationsgeschichte auch als Roman heraus. Der Autor ist in der Prosa wie in der Dramatik zuhause und hat rund 50 Werke veröffentlicht. Vor allem mit seinen menschlichen Tierfiguren und fabelhaften Parabeln überzeugt er Leser jeden Alters. Er ist vielfach ausgezeichnet, erhielt u. a. 2010 den Deutschen Jugendtheaterpreis, 2011 den Deutschen Jugendliteraturpreis und 2016 den Deutschen Kindertheaterpreis. Auch als Comic-Zeichner ist der Künstler erfolgreich. Martin Baltscheit ist ein malender Autor, erzählender Maler und zeichnender Philosoph. Der Regisseur Rüdiger Pape inszeniert zwischen Hamburg und Bregenz sowohl im Theater für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche. Er war schon drei Mal für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert. 

 

Trailer
Pressestimmen

„Gleich zu Beginn entwickelt er für Mutter (Simone Oswald) und Vater (David Benito Garcia) eine wunderbare Choreographie; sie springt da über das weiße Sofarechteck hin und her. Zugleich bleibt so die Zeit, den von Dietmar Teßmann geschaffenen Raum zu bewundern, der nach hinten abgeschlossen wird durch überdimensionale Flachfiguren […] - alle Ausdruck und Karikatur der Lebensweise einer mittelschichtsspezifisch definierten Familie. [...] Was Baltscheit hier gelingt, ist eine wunderbare Satire auf die Sottisen dumpfer Ängste vor dem Fremden und Verweise darauf, wie wichtig es ist, sich mit den eigenen Vorurteilen auseinander zu setzen.“ (Die Deutsche Bühne, April 2018)

„Das liest sich pädagogischer, als es sich in der Uraufführung der Schauburg für Zuschauer ab zehn Jahren anfühlt. Regiesseur Rüdiger Pape setzt auf Tempo und munteres Spiel.“ (Abendzeitung, April 2018)

„Um die Kunst der Verständigung geht es auch dieses Mal. Aber im Falle von Baltscheit kann man darauf vertrauen, dass er wieder eine hinreißende Situation voll anarchischem Witz zu diesem Thema erschaffen hat.“ (Süddeutsche Zeitung, April 2018)

„Klingt schräg? Ist es auch. Doch Regisseur Rüdiger Pape gelingt es bei der Uraufführung der Fabel von Martin Baltscheit tatsächlich, diese als bunt illustriertes Kinderbuch viel einfacher funktionierende Geschichte mit viel Augenzwinkern, passender Musik (Sebastian Herzfeld) und überzeugenden Darstellern plausibel auf die Bühne zu bringen.“ [...] Die Verbohrtheit der völlig auf Integration gepolten Eltern […] nimmt den verkrampften Versuch, die Angst vor dem Fremden durch ein zwanghaftes Angleichen zu bekämpfen, böse aufs Korn.“ (Münchner Merkur, April 2018)

Uraufführung

Veranstaltungsort

Mit
David Benito Garcia 
(Väter)

Anne Bontemps 
(Frau Stellmach-Schürmann / Rektor/Psychologin)

Janosch Fries 
(Fred Sprüngli/ Ordnungsbeamter/Barkeeper)

Simone Oswald 
(Mütter)

Helene Schmitt 
(Baby (Puppe)

Klaus Steinbacher 
(Dave/Piet)

Inszenierung
Rüdiger Pape
Bühne & Kostüme
Dietmar Teßmann
Musik
Sebastian Herzfeld 
Puppenbau
Nathalie Wendt
Licht
Jochen Massar
Dramaturgie
Anne Richter
Theaterpädagogik
Xenia Bühler

Dauer
80 Minuten

Fotos
(c) Hans Jörg Michel