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Süddeutsche Zeitung - 13.11.2006 ________________________________________________
Der Bär zieht nordwärts / Schauburg im Vierteltakt
Das Milbertshofener Kulturhaus präsentiert drei Tage lang die Schwabinger Schauburg mit einem Klassiker des Kindertheaters
Schon bei Eröffnung vor gut einem Jahr hatte George Podt die Räumlichkeiten des Milbertshofener Kulturhauses mit Kennerblick beäugt – jetzt nützt der Intendant der Schwabinger Schauburg erstmals die Bühne an der Schleißheimer Straße zu einem mehrtägigen Gastspiel. Mit dem Puppentheaterstück „Der Bär sucht einen Freund“ lässt Podt einen bunten Versuchsballon steigen, der als Gastspielreihe „Schauburg im Vierteltakt“ den Nachwuchs ortsnah ans Theater heranführen soll. An eine Wiederholung des Experiments ist deshalb im Erfolgsfall in Milbertshofen ebenso gedacht wie in anderen Stadtteilkulturzentren.
Weil dem Team des Kulturhauses dieser Schwerpunkt so wichtig ist, wird für drei Tage der Adolf-Erbslöh-Saal komplett freigeräumt. Im größten Raum des Kulturhauses soll gleichwohl eine intime Theaterstimmung gezaubert werden, 100 Kinder will Podt bei exzellenter Sicht auf ein abgestuftes Podium 50 Minuten Schauburg-Qualität bieten. Wie dies geling? Darauf sind auch die Kulturhaus-Geschäftsführerinnen Marta Reichenberger und Tatiana Hänert gespannt. Sie begreifen das Projekt nicht zuletzt als eine Erweiterung der Angebotspalette des Zentrums. Die Initiative wendet sich ausdrücklich an Schulen und Kindergärten. Einzelpersonen können aber zu den Vormittagsterminen ebenfalls kommen – nur Karten müssen sie sich vorab über die Schauburg-Tickethotline besorgen. Das Stück eignet sich für Kinder ab vier.
Meisi von der Sonnau und Panos Papageorgiou spielen mit einfachen Mitteln die Geschichte vom Bären, der die Spiele seiner Freundin, der Raupe, nicht mehr mitspielen mag und auf die Suche geht nach neuen Freunden geht.
Natürlich gibt es diesen Klassiker auch weiter in der Schauburg am Elisabethplatz zu sehen. Doch könne die Reise mit einer Gruppe Fünf- oder Sechsjähriger nach Schwabing zu einer Stress-Tour für die Betreuer werden. „Überfüllte Trambahnen, rücksichtslose Erwachsene auf den Rolltreppen, schnell schließende Türen in der U-Bahn, verträumte oder undisziplinierte Kinder“, sagt Intendant Podt. „Und man ist schon geschafft, ehe man das Foyer der Schauburg erreicht hat.“
Thomas Kronewiter Druckversion |
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