SchauBurg - Kinder- und Jugendtheater der Stadt München
Annabella Klimperauge
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Geheimnis im Kinderzimmer
Von Aushorchern und Hineinhörern
Die Geschichte
Das Leben ist manchmal schrecklich
Stimmungsgewitter

Geheimnis im Kinderzimmer
Ganz bestimmt hat sich jedes Kind schon einmal gefragt, was eigentlich los ist im Kinderzimmer, wenn das Kind nicht da ist. Was denken und fühlen die eigenen Puppen, Teddybären und Stofftiere? Sitzen sie ganz ruhig auf ihrem Platz und warten auf mich? Ist ihnen ohne mich langweilig? Vertragen sie sich miteinander? Sind sie eigentlich gerne bei mir?
Es ist sehr schwer, auf solche Fragen eine Antwort zu bekommen. Wenn man die Spielsachen anschaut, sehen sie sehr verschlossen aus. Man muss viel Geduld mitbringen und sehr lange in sie hineinhorchen, ehe man etwas über ihre Geschichten und Gefühle erfährt.

Von Aushorchern und Hineinhörern
Die Autorin Jutta Richter ist eine ganz ausgezeichnete In-Die-Puppen-Hinein-Horcherin. Was ihr zu Ohren gekommen ist, als sie die Puppen, Bären und Stofftiere aus ihrer eigenen Kindheit belauschte, das kann man in ihrem wunderschönen Vorlese-Buch "Annabella Klimperauge" (erschienen im Hanser-Verlag) erfahren.
Auch die beiden Puppenspieler Meisi von der Sonnau und Panos Papageorgiou haben viele Jahre Erfahrung, Spielzeugen und Kuscheltieren ihr Ohr zu leihen und ihnen Leben einzuhauchen. Mit ihrer Erfahrung und dem Buch von Jutta Richter haben sie sich an die Arbeit gemacht und eine Vorstellung für die Studiobühne der SCHAUBURG erarbeitet.

Die Geschichte
Die Geschichte beginnt in der Sylvesternacht. Der Wind heult und weht den Schnee von den Bäumen und Sträuchern im Garten. Die Puppe Annabella Klimperauge sitzt mit Leo, dem Stofflöwen, in Lenas Kinderzimmer. In eine Ecke hat sich Klaus Teddy verkrochen. Er ist neu. Er ist erst Weihnachten gekommen. Und seitdem hat Annabella schlechte Laune. Denn seitdem darf er in Lenas Bett schlafen statt Annabella. Als um Mitternacht Leuchtraketen und Kracher in den Himmel steigen und sich alle Menschen umarmen, küssen und gute Wünsche aussprechen, da wünscht sich Annabella etwas ganz Schreckliches: Sie wünscht sich, das Klaus Teddy wieder verschwinde.

Das Leben ist manchmal schrecklich
Zum Glück kommt es dazu nicht. Aber jeder kann sich vorstellen, dass Klaus Teddy keine glücklichen Zeiten hat. So geht der Winter vorüber und das Frühjahr kommt. Zeit für Picknick. Findet Lena. Annabella findet das nicht. Sie mag Picknick nicht. "Man wird in den Wald geschleppt. Man sitzt zwischen Käfern, Spinnen und Ameisen. Einfach furchtbar." Klärt sie Klaus Teddy auf. Aber für ihn wird dieser Ausflug aus ganz anderen Gründen zum Alptraum. Und dabei spielen nicht kleine eklige Tierchen eine wichtige Rolle, sondern ein leibhaftiges Monster mit riesigen gelben Zähnen und einer langen roten Zunge. In allerletzter Sekunde naht die rettende Lena...

Stimmungsgewitter
Nicht immer ist die Beziehung zwischen den Puppen und ihrer Besitzerin gut. Im Sommer baut Lena ein Baumhaus und lässt die Drei nicht mitarbeiten. Unbeachtet sitzen sie in der glühenden Sonne und sind fast am Verdursten. Da beschließen sie den Aufstand gegen Lena und verabreden einen Streik. Sie wollen nicht mehr mit ihr spielen. Und als Lena sich beim Arbeiten selber mit dem Hammer auf den Daumen schlägt, zeigen sie kein Mitleid. Doch plötzlich kommt ein fürchterliches Sommergewitter, und die Drei bekommen ganz andere Probleme...
Was im Verlauf des Jahres noch alles passiert, soll hier nur noch kurz skizziert werden. Die Beziehung zwischen Annabella, dem Stofflöwen Leo und Klaus Teddy gerät in eine schlimme Krise, als die Rote-Herzen-Krankheit ausbricht. Der erfahrene Leo weiß die Anzeichen zu deuten: Das hat mit Verlieben zu tun. "Verlieben, das ist, wenn sie einen neuen Freund haben. Einen einzigen Freund, einen allerbesten Freund. Mit dem teilen sie ihre Lieblingskekse. Dem zeigen sie ihre Geheimverstecke. Mit dem machen sie Picknick, erzählen Geschichten. Und sie tauschen unentwegt kleine Zettel aus mit roten Herzen drauf." Aber alle Freunde, die man vorher hatte, die werden zu Luft. Es ist eine ziemlich schlimme Krankheit, durch die man im Stofftier-Himmel landen kann. Sogar Leo selbst wird angesteckt...
Annabella Klimperauge
von Jutta Richter
Premiere (UA) 8.3.2003

Regie
George Podt
Es spielen
Meisi von der Sonnau
Panos Papageorgiou

Spieldauer 50 Minuten
Ab 4 Jahren


Spielort: Studiobühne
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Jutta Richter